Das Feuer, vom Menschen wahrscheinlich durch den Blitz kennengelernt, kann Segen und Fluch sein. Friedrich Schiller schrieb in seinem "Lied von der Glocke": Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt bewacht, doch wehe, wenn sie losgelassen , wachsend ohne Widerstand durch die volksbelebten Gassen wälzt den ungeheuren Brand.
Um gegen die Zerstörung des Feuers entgegen zu wirken, wehrten sich die Menschen seit sie das Feuer kannten. Eimer, Beil, Feuerhaken, Löschkette waren die ersten Mittel der Feuerbekämpfung, wenn die Kirchenglocken Sturm leuteten oder in der Nacht der Ruf des Nachtwächters "Feuerio!" ertönte. Männer und Frauen griffen zusammen. Und aus dieser Notgemeinschaft organisierten sich im Laufe der Zeit die "Freiwilligen Feuerwehren". Auch in Müllendorf entstand im Jahre 1889 eine freiwillige Feuerwehr. Vereinsname: Szárazvámi önkénytes tüzöltö egylet - Müllendorfer freiwilliger Feuerwehr-Verein. Im Stempel das Gründungsjahr 1889. Statuten handschriftlich in ungarischer Sprache, datiert vom 14. März 1889, vom Präses Thomas Fromwald und Schriftführer Josef Sieber unterzeichnet, vom Innenministerium am 12. April 1889 bestätigt.
Weitere Gründungsmitglieder waren:
Beretitsch Matthias, Harter Josef, Kogelbauer Georg, Samwald Matthias, Tschögl Johann und Tinhof Johann
Nach der Gründung entfaltete die Ortsfeuerwehr eine rege Tätigkeit und half der Bevölkerung nicht nur bei Feuer, sondern auch bei Hochwasser, Sturm und Unwetter.
Hier eine Zeitungsmeldung der Oedenburger Zeitung vom 12.7.1898:
"Heute gegen 1 Uhr Nachmittag wurde ein Feuer in der beiläufig 1 Stunde von Eisenstadt entfernten Ortschaft Müllendorf signalisiert. Sogleich begab sich eine Abordnung unserer Feuerwehr unter Führung des Herrn Vize-Kommandanten Karner mit den nötigen Lösch-Requisiten nach dorthin. Damit die Chargen ehemöglich am Brandorte eintreffen, hatte die Firma Wolf´s Söhne ihr Equipage (Fuhrwerk) zur Verfügung gestellt. Als unsere Feuerwehr in Müllendorf eintraf, hatte das Feuer schon große Dimensionen angenommen. Die Pöttschinger und Großhöfleiner Feuerwehren waren schon in großer Tätigkeit! Dem einträchtlichen Wirken aller Feuerwehren gelang es endlich, des entfesselten Elementes Meister zu werden. Im Ganzen brannten 8 Häuser ab. Man spricht davon, daß ein 8jähriger Knabe, dem die auf dem Felde arbeitenden Eltern die Aufsicht des Hauses übertragen hatten, auf dem Dachboden mit Zündhölzern spielte und das Feuer verursachte."

Übung für den Wettkampf
1915: Einsatz beim größten Brand in der Gemeinde, der mehr als 113 Häuser vernichtete. Der damalige Ortspfarrer schrieb in seiner Chronik:
Außer den Leiden des Krieges suchte ein großes Unglück die Gemeinde heim. Am 16. Juni brach im Hause 105 ein Feuer aus, das infolge der großen Trockenheit in den Monaten Mai und Juni so schnell um sich griff, daß innerhalb von drei Stunden drei Viertel der Gemeinde in Flammen stand. Durch die langgestreckte Lage der Gemeinde wurden die Löscharbeiten sehr erschwert. Auch die Vorräte, die viele Ortsbewohner wegen der Kriegszeit auf den Dachböden versteckt hatten (Schmalz und Getreide) begünstigten die schnelle Ausbreitung des Brandes. Bis fremde Feuerwehren eintrafen und zu Hilfe kamen, lagen von den 129 Häusern 113 in Schutt und Asche. Nur wenige Häuser kamen mit geringen Schäden vorran. Der Jammer war riesengroß, auch darum, weil durch die kriegerischen Ereignisse eine große Teuerung eingetreten war und das Geld nur mehr die Hälfte des früheren Wertes besaß. Trotz der Teuerung baute die Gemeinde in kürzester Zeit viel Häuser wieder auf. Leider litten die Bewohner nach dem Großbrand, zum Teil obdachlos, unter einer außergewöhnlichen Regenzeit. Ab Ende Juli regnete es wochenlang. Durch die Plachen, die die Leute über die rauchgeschwärzten Mauern gespannt hatten, tropfte pausenlos der Regen. Aber auch die Zeit wurde überwunden. Und wie die Menschen in Notzeiten auch für den kleinsten Trost dankbar sind so berichtet die Pfarrchronik, war es ein Glück, daß das Feuer am hellichten Vormittag ausbrach. Dadurch kamen weder Menschen noch Vieh zu Schaden. Nachbarschaftshilfe der umliegenden Gemeinden und Geldspenden halfen die Not zu lindern.
| 1915 | Einsatz beim größten Brand in der Gemeinde, der mehr als 115 Häuser vernichtete. |
| 1957 | Brand in der Mühlendorfer Kreide- und Bleistiftfabrik |
| 1965 | Großeinsatz beim Hochwasser in Leithaprodersdorf |
| 1966 | Brand in der Bleistiftfabrik Hardtmuth |
| 1973 | Gütermagazinbrand beim Bahnhof |
Leider sind unsere Unterlagen erst ab dem Jahre 1924 vorhanden, so konnten nur durch mündliche Überlieferung die Zeit vorher festgestellt werden.
Kommandanten der Feuerwehr:
| Beretitsch Matthias | |
| Kogelbauer Georg | |
| Tschögl Johann | |
| Fromwald Thomas | 1920-1921 |
| Ackerl Josef | 1921-1924 |
| Ott Ernst | 1924-1930 |
| Mallich Josef | 1930-1945 |
| Ankerl Ambros | 1945-1948 |
| Schriefl Michael | 1948-1961 |
| Selinger August | 1961-1963 |
| Schriefl Michael | 1963-1969 |
| Krauscher Josef | 1969-1970 |
| Schriefl Michael | 1970-1973 |
| Karrer Johann | 1973-1980 |
| Pfluger Johann | 1980-1988 |
| Tinhof Karl | 1988-1997 |
| Sailer Rudolf | 1997-1998 |
| Tinhof Karl | 1998 - 2005 |
| Gruber Andreas | 2005-2006 |
| Berghofer Peter | ab 2006 |
In den zwanziger Jahren war Martin Pendl lange Jahre hindurch Präses. Die Freiwillige Feuerwehr musste sich im Laufe der Jahre ihr Inventar durch freiwillige Spenden, aus den Einnahmen bei Veranstaltungen, durch Hilfe der Gemeinde und durch Subventionen beschaffen. Interessant ist eine Aufstellung über die verschiedenen Löschgeräte im Laufe der Jahre.
Die erste Feuerspritze war ein gar sonderbares Gerät. Sie bestand aus einer Truhe mit einem Kolben und mußte zum Brandplatz getragen werden. In die Truhe wurde Wasser hineingeschüttet und dann der Kolben mit der Hand betätigt. Der Strahl, der aus dieser Spritze kam, hatte wenig Druck.
1910 wurde die erste von Pferden gezogene Handdruckspritze, die zwei Zylinder besaß, gekauft. Durch abwechselndes Pumpen wurde einmal der linke, dann der rechte Zylinder durch eine Ansaugvorrichtung mit Wasser gefüllt und der Löschstrahl mit starkem Druck zum Brandherd gebracht. Das Feuerwehrhaus wurde 1881 erbaut und im Jahre 1934 umgebaut, erweitert und mit einem Schlauchturm versehen. Bis zur Fertigstellung des neuen Gerätehaus im Jahre 1996 war dieses Haus in Verwendung. Mit zur Ausrüstung der Feuerwehr gehörten verschiedene Geräte wie Leitern, Schläuche, Spaten, Pickel, Feuerhaken, usw., aber auch die Ausrüstung mit entsprechenden Uniformen und Einsatzmonturen. Seit ihrer Gründung hat die FF Müllendorf ernste und schöne Tage erlebt. Harte Einsatztage, wenn es galt getreu dem Wahlspruch "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" Gut und Blut der Menschen zu retten, schöne Tage bei Feuerwehrfesten und Fahnenweihen und hohen Einsatz bei Wettkämpfen, wo sie ihren Ausbildungsstand unter Beweis stellen konnten.

| 1931 | Ankauf der ersten Motorspritze der Freiwilligen Feuerwehr |
| 1931 | Mannschaftswagen, zugleich Rettungswagen |
| 1947 | |
| 1960 | |
| 1963 | Ankauf einer neuen Motorspritze - Tragkraftspritze |
| 1969 | Ankauf einer Schlammpumpe, Wasserstrahlpumpe |
| 1978 | VW LT35, Kleinlöschfahrzeug |
| 1982 | 3 Atemschutzgeräte |
| 1995 | VW Transporter, Mannschaftstransportfahrzeug |
| 1998 | Mercedes 1324, Tanklöschfahrzeug mit 2000l Wasserinhalt |
| 2007 | Mercedes VITO 111CDI, Mannschaftstransportfahrzeug |
| 2008 | Mercedes ATEGO 818, Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung |